Funktionale Sicherheit und Cyber Security für elektronische Systeme

Risiken analysieren, Sicherheitskonzepte entwickeln und ihre Umsetzung überprüfen
Elektronisches Steuergerät mit Kühlrippen und Kabelanschlüssen an einem Laborprüfstand mit grafischer Darstellung einer Sicherheitsarchitektur

Safety und Security in die Produktentwicklung integrieren

Fehlfunktionen eines elektronischen Systems können zu Gefährdungen führen. Bei vernetzten Systemen können zudem Angriffe oder Manipulationen Funktionen beeinträchtigen. Bevor technische Maßnahmen festgelegt werden, müssen diese Risiken für die jeweilige Anwendung untersucht werden.

Silver Atena entwickelt Safety- und Security-Konzepte für elektronische Systeme und Steuergeräte. Unsere Fachleute analysieren Risiken, leiten Anforderungen und Maßnahmen ab und stimmen deren Umsetzung mit Systementwicklung, Hardware, Software und Test ab. Welche Analysen und Nachweise erforderlich sind, richtet sich nach Produkt und Anwendung.

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Gefährdungen und Cyberbedrohungen analysieren und gemeinsam berücksichtigen

Funktionale Sicherheit untersucht Gefährdungen durch fehlerhaftes Systemverhalten. Cyber Security untersucht Bedrohungen und Risiken durch die Kompromittierung eines Systems, beispielsweise durch unbefugte Zugriffe oder Manipulationen. Beide Betrachtungen ergänzen sich, weil Cyberangriffe auch sicherheitsrelevante Fehlfunktionen auslösen können.

Die Ergebnisse treffen im Produkt aufeinander. Eine Schutzmaßnahme kann beispielsweise zusätzliche Funktionen oder Schnittstellen benötigen. Diese müssen wiederum auf Fehlerverhalten und mögliche Angriffsflächen geprüft werden. Safety und Security werden deshalb früh mit der technischen Architektur abgestimmt.

  • Gefährdungen durch Fehlfunktionen
    Safety-Analysen untersuchen, welche Folgen ein fehlerhaftes Verhalten für die jeweilige Anwendung haben kann.
  • Bedrohungen durch Angriffe
    Security-Analysen betrachten mögliche Angriffspfade und deren Auswirkungen auf System und Funktionen.
  • Maßnahmen im Gesamtsystem
    Sicherheitsanforderungen betreffen häufig mehrere Komponenten. Ihre technische Umsetzung muss über Hardware, Software und Schnittstellen hinweg abgestimmt werden.
  • Wirksamkeit überprüfen
    Ein Konzept allein genügt nicht. Im Entwicklungsverlauf muss geprüft werden, ob die vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt wurden und die jeweiligen Anforderungen erfüllen.
Detailaufnahme eines modularen Testsystems von Vector mit Statusanzeigen für Relais, Ein- und Ausgänge.
Zwei Mitarbeiter von Silver Atena überprüfen Messdaten an einem Testsystem mit zahlreichen elektronischen Prüfmodulen.

Leistungen für funktionale Sicherheit und Cyber Security

Silver Atena verbindet Risikoanalysen und Sicherheitskonzepte mit der Entwicklung elektronischer Systeme. Die Safety- und Security-Fachbereiche arbeiten mit den Teams zusammen, die Architektur, Hardware und Software gestalten und das Produkt testen.

Für Anwendungen mit Anforderungen an funktionale Sicherheit bewerten wir Gefährdungen, legen Sicherheitsziele und Anforderungen fest und entwickeln technische Maßnahmen. Bei Cyber Security kommen die Analyse von Bedrohungen, Security-Anforderungen und geeignete Schutzkonzepte hinzu. Beide Bereiche begleiten die Umsetzung und Nachweisführung entsprechend dem Projekt.

  • Gefährdungs- und Risikoanalysen

    Für die funktionale Sicherheit analysieren wir mögliche Gefährdungen durch fehlerhaftes Systemverhalten. Im Automotive-Umfeld kann dazu eine Hazard Analysis and Risk Assessment (HARA) gehören.
    Für Cyber Security betrachten wir mögliche Bedrohungen und Risiken, beispielsweise im Rahmen einer Threat Analysis and Risk Assessment (TARA). Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die jeweiligen Sicherheitsanforderungen.

  • Sicherheitsziele, Anforderungen und Konzepte

    Aus den Analysen leiten wir die jeweiligen Ziele und Anforderungen ab. Silver Atena entwickelt funktionale und technische Sicherheitskonzepte und je nach Projekt Cyber-Security-Konzepte.
    Darin beschreiben wir, welches Verhalten beziehungsweise welche Schutzwirkung das System erreichen muss. Die konkrete Umsetzung wird mit Systemarchitektur, Hardware und Software abgestimmt.

  • Fehleranalysen und Sicherheitsarchitekturen

    Analysen wie FMEA, Fehlerbaumanalyse (FTA) und FMEDA helfen, je nach Fragestellung Fehler, Fehlerursachen und Auswirkungen zu untersuchen. Je nach Anwendung fließen daraus Anforderungen an Diagnose, Redundanz, Fehlertoleranz oder sichere Zustände in die Architektur ein.
    Auch die Wechselwirkungen zwischen Safety- und Security-Maßnahmen werden berücksichtigt.

  • Umsetzung und Verifikation begleiten

    Safety und Security begleiten die Entwicklung der vorgesehenen Maßnahmen. Reviews, Analysen und Tests prüfen die Umsetzung der jeweiligen Anforderungen. Die Ergebnisse werden für die Nachweisführung dokumentiert.
    Silver Atena unterstützt die Planung und Zusammenstellung von Sicherheitsnachweisen sowie projektabhängig Audits und Assessments.

Entwicklungsprozess für Safety- und Security-Konzepte

Risikoanalysen stehen am Anfang, werden aber nicht mit dem ersten Konzept abgeschlossen. Änderungen an Funktionen, Schnittstellen oder Architektur können neue Bewertungen erforderlich machen. Für Cyber Security berücksichtigen wir je nach Auftrag auch die vorgesehenen Prozesse zur Überwachung und Behandlung von Schwachstellen sowie zu Sicherheitsupdates während des Betriebs.

  1. Anwendung und Systemgrenzen verstehen
    Zu Beginn wird geklärt, welche Funktionen das System erfüllt, wie es eingesetzt wird und welche technischen Schnittstellen relevant sind.
  2. Gefährdungen und Bedrohungen bewerten
    Safety und Security analysieren ihre jeweiligen Risiken. Die Ergebnisse zeigen, welche Fehlfunktionen oder Angriffsmöglichkeiten genauer betrachtet werden müssen.
  3. Ziele und Anforderungen ableiten
    Aus den jeweiligen Bewertungen leiten wir Safety- und Cybersecurity-Ziele sowie konkrete Anforderungen ab. Sie werden den zuständigen Systemelementen und Entwicklungsteams zugeordnet.
  4. Maßnahmen in die Architektur integrieren
    Hardware- und Softwaremaßnahmen werden mit der Systemarchitektur abgestimmt. Dabei wird geprüft, wie sie zusammenwirken und ob eine Maßnahme neue Abhängigkeiten schafft.
  5. Umsetzung und Wirksamkeit prüfen
    Entwicklungsergebnisse, Analysen und Tests werden mit den festgelegten Anforderungen abgeglichen. Abweichungen oder Änderungen gehen zurück in die Bewertung und technische Entwicklung.
  6. Nachweise zusammenführen
    Die relevanten Analysen, Anforderungen, Entscheidungen und Prüfergebnisse werden für die projektabhängige Freigabe- und Nachweisführung zusammengestellt.
Illustration zur Cybersecurity mit einem geschützten Mikrochip, vernetzten Leiterbahnen und Symbolen für Datensicherheit und KI

Methoden und Standards für funktionale Sicherheit und Cyber Security

Die Normenreihe ISO 26262 behandelt die funktionale Sicherheit sicherheitsrelevanter elektrischer und elektronischer Systeme in Straßenfahrzeugen innerhalb ihres Anwendungsbereichs. ISO/SAE 21434 beschreibt Anforderungen an das Cybersecurity Engineering für elektrische und elektronische Systeme in Straßenfahrzeugen. Die Hazard Analysis and Risk Assessment (HARA) dient der Gefährdungsanalyse und Risikobewertung im Rahmen der funktionalen Sicherheit. Für die Cyber Security übernimmt die Threat Analysis and Risk Assessment (TARA) die Bedrohungsanalyse und Risikobewertung. Aus diesen Bewertungen leiten wir Sicherheitsziele und Anforderungen ab. Anschließend überprüfen wir deren Umsetzung.

Zu den gängigen Analysemethoden zählen Failure Mode and Effects Analysis (FMEA), Fault Tree Analysis (FTA) und Failure Modes, Effects and Diagnostic Analysis (FMEDA). Welche Methode eingesetzt wird, hängt von der Fragestellung und den Anforderungen des Projekts ab.

Für zivile Luftfahrtsysteme beschreiben SAE ARP4754B und ARP4761A Empfehlungen zur Systementwicklung beziehungsweise Sicherheitsbewertung. RTCA DO-178C und DO-254 betreffen die Entwicklungssicherung von Software beziehungsweise luftfahrtelektronischer Hardware. Die anzuwendenden Ausgaben der genannten Dokumente sowie die Vorgaben zur Cyber Security in Luftfahrtsystemen richten sich nach Projekt und Zulassungskontext.

Funktionale Sicherheit und Cyber Security nach Branche

Automotive

Bei elektronischen Fahrzeugsystemen müssen mögliche Gefährdungen und Cyberrisiken passend zur Anwendung bewertet werden. Safety- und Security-Anforderungen fließen in Architektur, Hardware, Software und Test ein. Welche Vorgaben aus ISO 26262 und ISO/SAE 21434 anzuwenden sind, richtet sich nach dem konkreten Projekt.

Aerospace

Für elektronische Luftfahrtsysteme können umfangreiche Sicherheitsanalysen und nachvollziehbare Entwicklungsnachweise erforderlich sein. Welche Vorgaben für Safety und Security gelten, hängt von Systemfunktion, Einsatz und Projekt ab.

Defence

Bei Defence-Anwendungen können funktionale Sicherheit, Schutz vor Manipulation und Verfügbarkeit zugleich relevant sein. Die konkreten Analysen und Maßnahmen ergeben sich aus dem Einsatzprofil und den projektspezifischen Vorgaben.

Ihr Nutzen durch eine frühzeitige Safety- und Security-Entwicklung

  • Risiken vor der technischen Festlegung erkennen
    Wir analysieren Gefährdungen und Bedrohungen frühzeitig, damit die Ergebnisse in Architektur und Maßnahmen einfließen. Bei Änderungen überprüfen wir die Bewertungen erneut.
  • Anforderungen fachübergreifend abstimmen
    System-, Hardware-, Software- und Testteams arbeiten auf Grundlage abgestimmter Sicherheitsanforderungen, die den jeweiligen Systemelementen und Entwicklungsebenen zugeordnet sind.
  • Wechselwirkungen berücksichtigen
    Safety- und Security-Maßnahmen werden auf ihre Auswirkungen im elektronischen Gesamtsystem betrachtet.
  • Nachweise gezielt aufbauen
    Die Verbindung von Analysen, Anforderungen, Umsetzung und Prüfergebnissen unterstützt die projektabhängige Freigabe.
Detailaufnahme einer elektronischen Leiterplatte durch eine beleuchtete Lupe zur Inspektion feiner Leiterbahnen und Kontakte.

Safety und Security im Zusammenspiel mit Entwicklung und Test

Requirements Engineering unterstützt die eindeutige Beschreibung, Verwaltung und Rückverfolgbarkeit von Sicherheitsanforderungen. Die Systemarchitektur und Systemintegration berücksichtigen sie bei Struktur und Schnittstellen des Systems.

Hardwareentwicklung und Embedded Software setzen die jeweils erforderlichen technischen Maßnahmen um. Test und Validierung überprüfen das Verhalten des integrierten Produkts anhand definierter Anforderungen. Änderungen am System müssen zudem mit Qualitäts- und Konfigurationsmanagement abgestimmt werden, damit Bewertungen und Nachweise zum aktuellen Entwicklungsstand passen.

Warum Silver Atena für funktionale Sicherheit und Cyber Security?

Silver Atena bearbeitet Safety und Security im Zusammenhang mit der eigenen Entwicklung elektronischer Systeme. Analysen und Sicherheitskonzepte können dadurch direkt mit Systemarchitektur, Hardware, Software und Test abgestimmt werden.

Für Automotive Cyber Security wurde Silver Atena 2026 erneut nach dem ENX Vehicle Cybersecurity Standard bewertet. Dazu gehört unter anderem die Einbindung von TARA und Cybersecurity-Nachweisen in die Entwicklungsprozesse. Die Bewertung betrifft das Cybersecurity-Managementsystem und die untersuchten organisatorischen Fähigkeiten. Die Cybersecurity eines einzelnen Produkts muss anhand seiner eigenen Anforderungen und Nachweise beurteilt werden.

Mitarbeiter von Silver Atena mit Brille und weißem Hemd blickt konzentriert auf eine technische Anlage im Entwicklungslabor.

Safety- und Security-Anforderungen besprechen

Sie entwickeln ein elektronisches System mit Anforderungen an funktionale Sicherheit oder Cyber Security? Silver Atena unterstützt Sie bei Risikoanalysen, Sicherheitskonzepten, der Abstimmung technischer Maßnahmen und der Nachweisführung.

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