Störungen begrenzen und Wärme beherrschen
Elektronische Systeme müssen unter ihren vorgesehenen Betriebsbedingungen zuverlässig arbeiten. Zwei Fragen prägen ihre Entwicklung besonders: Welche Störungen sendet das Gerät aus, und wie verhält es sich bei elektromagnetischen Einflüssen von außen? Und bleiben seine Bauteile bei den geforderten Betriebszuständen innerhalb der zulässigen Temperaturgrenzen?
Silver Atena berücksichtigt EMV und Thermomanagement bereits bei der Auslegung elektronischer Systeme. Anforderungen werden in Schaltungs-, Layout-, Gehäuse- und Kühlkonzepte übersetzt. Simulationen, Messungen und entwicklungsbegleitende Vorprüfungen helfen, kritische Stellen zu erkennen und das Design zu verbessern, bevor die vorgesehenen formalen Prüfungen stattfinden.
Warum EMV und Temperaturverhalten früh geklärt werden müssen
Elektromagnetische Störungen können die Kommunikation, Sensorsignale oder Steuerfunktionen eines Produkts beeinflussen. Gleichzeitig kann ein Gerät selbst Störungen erzeugen, die für andere Komponenten relevant sind. Ob und wie eine Störung wirkt, hängt von ihrer Quelle, ihrem Kopplungsweg und der Empfindlichkeit der betroffenen Funktion ab.
Bei der thermischen Auslegung steht eine andere Wirkungskette im Mittelpunkt: Bauteile erzeugen Verlustwärme, die über Leiterplatte, Gehäuse und gegebenenfalls ein Kühlsystem abgeführt werden muss. Überschreiten Bauteile ihre zulässigen Temperaturgrenzen, können Leistung und Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden oder Ausfälle auftreten.
Gerade Leistungselektronik verbindet beide Herausforderungen. Schnelle Schaltvorgänge können elektromagnetische Störungen begünstigen; gleichzeitig entstehen Verluste, die thermisch beherrscht werden müssen. Entscheidungen über Bauteile, Layout, Leitungsführung, Schirmung und Kühlung beeinflussen sich dabei gegenseitig. Werden EMV oder Thermik erst am fertigen Produkt betrachtet, können aufwendige Änderungen an Hardware oder Gehäuse nötig werden.
Leistungen in EMV-Auslegung und Thermomanagement
Silver Atena berücksichtigt projektspezifische EMV- und Temperaturanforderungen bei der Entwicklung von Steuergeräten, Leistungselektronik und Antriebssystemen. Ausgangspunkt sind die Anforderungen des Gesamtsystems: zu schützende Funktionen, zu erwartende Störquellen sowie Wärmeentwicklung und zulässige Temperaturen in den einzelnen Betriebszuständen. Daraus entstehen Konzepte für Schirmung, Filterung, Masseführung und Kühlung, abgestimmt mit Systemarchitektur, Hardware und Mechanik.
Der Schwerpunkt liegt auf Auslegung und Optimierung während der Entwicklung. Formale Prüfungen und Nachweisführung erfolgen im Bereich Umwelterprobung und Qualifikation.
Störquellen und Kopplungswege analysieren
Gezielte EMV-Maßnahmen setzen voraus, dass klar ist, wo eine Störung entsteht und wie sie zur betroffenen Funktion gelangt. Silver Atena betrachtet Störquellen, Leitungs- und Masseführung, Schnittstellen und Kopplungswege, sowohl für die Störaussendung als auch für die Störfestigkeit. Welche Pfade kritisch sind, hängt von Architektur, Betriebszuständen und Einbausituation ab.
Filter-, Schirmungs- und Massekonzepte entwickeln
Filter, Schirmungen und Massekonzepte wirken nur, wenn sie zu Schaltung, Schnittstellen, Gehäuse und Anschlüssen passen. Silver Atena entwickelt sie gemeinsam mit der Hardware- und Mechanikauslegung und berücksichtigt dabei Leiterplattenlayout und Bauteilanordnung. So fließen EMV-Anforderungen früh ins Design ein. Das reduziert das Risiko, später zusätzliche Maßnahmen oder umfangreiche Änderungen an Schaltung, Layout und Gehäuse vornehmen zu müssen.
Simulation, Messung und EMV-Vorprüfung
Simulationen und entwicklungsbegleitende Messungen helfen, Störpfade zu untersuchen und die Wirkung von Änderungen zu vergleichen. Mit einer eigenen EMV-Vorprüfung lassen sich kritische Punkte eines Entwicklungsstands früh erkennen. Die formalen EMV-Prüfungen ersetzt sie nicht.
Verlustleistung und kritische Temperaturen bewerten
Silver Atena analysiert, wo in welchen Betriebszuständen Wärme entsteht, einschließlich ungünstiger, projektrelevanter Betriebsfälle. Wir betrachten die relevanten Wärmewege von den Bauteilen über Leiterplatte, mechanische Anbindungen und Gehäuse bis zur Umgebung oder zum Kühlmedium. Sie bestimmen mit, wie Bauteile angeordnet und mechanische Komponenten ausgelegt werden.
Kühlkonzepte und thermische Simulation
Auf Grundlage der Anforderungen entstehen Kühlkonzepte für das jeweilige Produkt. Thermische Simulationen helfen, Temperaturverteilungen und mögliche Hotspots bereits während der Entwicklung zu beurteilen. Je nach Anwendung betrachten wir stationäre und zeitabhängige Betriebszustände. Die Ergebnisse fließen in Auswahl und Anordnung der Bauteile sowie in die Konstruktion von Gehäuse und Kühlpfaden ein. Messungen an geeigneten Entwicklungsständen dienen dazu, die berechneten Temperaturen und die zugrunde gelegten Randbedingungen zu überprüfen.
Derating und Bauteilbelastung berücksichtigen
Bei der Auslegung berücksichtigen wir die zulässige Bauteilbelastung und projektspezifische Derating-Vorgaben. Dabei können wir Temperatur, Spannung, Strom oder Leistung mit festgelegten Reserven gegenüber den zulässigen Grenzwerten auslegen. Falls erforderlich und mit den Funktionsanforderungen vereinbar, begrenzen wir die verfügbare Systemleistung temperaturabhängig. Die thermische Bewertung zeigt, wo Bauteile besonders beansprucht werden und ob das Design angepasst werden muss. Ziel ist, die spezifizierte Funktion mit den Anforderungen an die Zuverlässigkeit zu vereinbaren.
Entwicklungsprozess für EMV und Thermik
Am Anfang stehen die Systemanforderungen und die vorgesehenen Betriebs- und Umgebungsbedingungen. Daraus leitet Silver Atena EMV- und Thermikanforderungen für die beteiligten Komponenten ab. Schon bei Architektur und Hardwarekonzept werden mögliche Störquellen, empfindliche Schnittstellen und Wärmequellen betrachtet.
Während Schaltung, Leiterplatte und Gehäuse entstehen, werden die Konzepte konkreter. Simulationen und Berechnungen unterstützen die Auslegung. An Mustern und Entwicklungsständen folgen Messungen und Vorprüfungen. Wenn sich dabei eine Auffälligkeit zeigt, wird ihre Ursache untersucht: Liegt sie in einer Schaltung, einem Kopplungsweg, der Bauteilanordnung oder im Wärmeübergang?
Die Erkenntnisse fließen in Änderungen am Design zurück. Anschließend wird erneut bewertet, ob die Maßnahme den gewünschten Effekt erzielt und ob sie andere Anforderungen beeinflusst. Dieser Ablauf verbindet Entwicklung und spätere Qualifikation, ohne die formalen Prüfungen vorwegzunehmen.
Normen und Prüfanforderungen für EMV und Thermik
Welche EMV-Anforderungen ein Produkt erfüllen muss, ergibt sich aus Branche, Anwendung und Kundenvorgaben.
Im Automotive-Bereich können beispielsweise CISPR 25 zur Bewertung von Störaussendungen zum Schutz fahrzeuginterner Funkempfänger, einschlägige Teile von ISO 11452 für die Störfestigkeit elektronischer Komponenten gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Einflüssen und ISO 7637 für elektrische Transienten relevant sein. Die anzuwendenden Teile, Ausgaben und Prüfbedingungen richten sich nach dem jeweiligen Produkt und Projekt. ISO 16750-4 behandelt klimatische Belastungen elektrischer und elektronischer Fahrzeugausrüstung. Die Temperaturanforderungen der Anwendung bilden zusammen mit Bauteilgrenzen, Verlustleistungen und Kühlbedingungen die Grundlage der thermischen Auslegung.
Für Luftfahrtausrüstung kann RTCA DO-160 Umwelt- und EMV-Prüfverfahren vorgeben. In Defence-Projekten können etwa Anforderungen aus MIL-STD-461 gelten. Normen der IEC-61000-Reihe kommen abhängig von Produkt und Einsatzbereich in Betracht.
Diese Normen decken unterschiedliche Prüfgegenstände ab. Sie gelten nicht pauschal für jedes Produkt. Silver Atena berücksichtigt die jeweils festgelegten Anforderungen bei der Entwicklung; die formalen Nachweise werden im vorgesehenen Qualifikationsprogramm geführt.
EMV und Thermomanagement in Automotive, Aerospace und Defence
Silver Atena entwickelt die jeweilige Lösung aus dem konkreten Einsatzprofil.
Automotive
In Automotive-Anwendungen treffen kompakte Bauräume, elektrische Schnittstellen und je nach Produkt hohe Leistungen oder anspruchsvolle Umgebungstemperaturen aufeinander. Die EMV- und Thermikauslegung muss zum Steuergerät, zu seiner Einbausituation und zu den geltenden Anforderungen passen.
Aerospace
In Aerospace-Projekten können geringe Masse, begrenzter Bauraum und hohe Anforderungen an die Nachweisführung die technischen Entscheidungen prägen.
Defence
Für Defence-Anwendungen stehen projektspezifische elektromagnetische und thermische Belastungen sowie die geforderte Robustheit im Vordergrund.
Ihr Nutzen durch eine frühe EMV- und Thermikauslegung
Wer kritische Störpfade und thermische Hotspots während der Entwicklung erkennt, kann gezielt an Schaltung, Layout, Gehäuse oder Kühlung arbeiten. Das reduziert das Risiko, erst bei einer späten Prüfung grundlegende Teile des Designs ändern zu müssen.
Eine abgestimmte Auslegung unterstützt zudem die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Produkts. EMV- und Thermikanforderungen werden nicht als nachträgliche Einzelprüfungen behandelt, sondern beeinflussen die Entscheidungen, aus denen das System entsteht. Entwicklungsbegleitende Vorprüfungen machen den Stand vor der formalen Qualifikation besser einschätzbar.
EMV und Thermomanagement im Zusammenspiel mit Hardware, Mechanik und Qualifikation
EMV und Thermik lassen sich nicht auf eine einzelne Komponente begrenzen. Die Systemarchitektur definiert Schnittstellen und Betriebsbedingungen. Die Hardwareentwicklung setzt Schaltung und Leiterplatte um. Mechanik- und Gehäuseentwicklung beeinflusst Schirmung, Einbau und Wärmeabfuhr. Bei leistungselektronischen Produkten kommen die Eigenschaften der Leistungsstufe und ihrer Regelung hinzu.
Die Umwelterprobung und Qualifikation prüft das Produkt später unter den festgelegten Bedingungen und dokumentiert die geforderten Nachweise. Erkenntnisse aus Vorprüfungen und Qualifikation gehen zurück in die Entwicklung. So können EMV- und Thermikfragen im Zusammenhang mit dem gesamten Produkt bearbeitet werden.
Warum Silver Atena für EMV und Thermomanagement?
Silver Atena entwickelt elektronische Systeme von der Architektur über Hardware und Mechanik bis zur Erprobung. Dadurch können EMV- und Thermikentscheidungen mit den Fachbereichen abgestimmt werden, die sie konstruktiv und elektrisch umsetzen. Die Arbeit an Steuergeräten und hochdynamischer Leistungselektronik bringt Erfahrung mit Produkten ein, bei denen Schaltverhalten, Verlustleistung und Bauraum zusammen betrachtet werden müssen.
Entwicklungsbegleitende EMV-Vorprüfungen unterstützen die Optimierung. Silver Atena kann die formale Qualifikation nach Projektumfang planen, durchführen oder begleiten. Der genaue Umfang richtet sich nach Produkt und Projektanforderungen.
EMV und Thermik für Ihr Produkt frühzeitig klären
Sie entwickeln ein Steuergerät oder ein leistungselektronisches System mit anspruchsvollen EMV- oder Temperaturanforderungen? Silver Atena unterstützt Sie dabei, kritische Einflüsse in der Entwicklung zu bewerten und passende Maßnahmen für Hardware, Gehäuse und Kühlung auszuarbeiten.